Religion

 


In unserer Schule bemühen wir uns alle, das Menschenbild von Viktor E. Frankl umzusetzen. Dieses beinhaltet, dass der Mensch in jeder Situation die Freiheit hat, sich zu entscheiden. Zugleich aber trägt er für all seine getroffenen Entscheidungen die volle Verantwortung.

Im philosophischen Gedankengut von Frankl findet sich die Gleichstellung aller Religionen und Konfessionen (nachzulesen in  „Der unbewusste Gott“)  - und somit ist seine Lehre für jeden Menschen gleichermaßen bedeutsam.

Dipl.-Päd. Gertrud Winkler BEd

Es ist mir eine große Freude, die röm-kath. Kinder an der VS 7 unterrichten zu dürfen.

Meine wichtigste Aufgabe sehe ich darin, eine gute Beziehung zu den mir anvertrauten Schülerinnen und Schülern aufzubauen. Nur auf dieser Basis kann in weiterer Folge guter Unterricht gelingen. Einen wesentlichen Baustein dieser Beziehungsarbeit bildet die gegenseitige Wertschätzung.

Jeder Mensch verdient Wertschätzung. Es ist die Ursehnsucht eines jeden Menschen, geliebt zu werden, so wie er ist. Die Unvollkommenheit macht erst die Einzigartigkeit eines Menschen aus. Ein Mensch erlebt sich als wertvoll, wenn er Werte leben kann (schöpferische Werte, Erlebniswerte und Einstellungswerte).Wertschätzung führt zur Aufwertung der Einzigartigkeit und fördert die Selbstachtung. Begegne ich einem Menschen mit Wertschätzung, kann ich das Höchste, das in ihm steckt, aber manchmal noch verborgen ist, hervorlocken. Sehe ich hingegen immer nur auf die Fehler, Schwächen und auf das Misslungene, verhindere ich jede positive Entwicklung und zerstöre vielleicht im Menschen was in ihm angelegt ist.

Richte ich in meinem Leben meinen Blick auf das Negative und Fehlerhafte, sowohl bei mir selbst als auch bei meiner Umwelt, nehmen die negativen Bereiche immer mehr Lebensraum und Lebensenergie in Anspruch. Gleichzeitig verkleinert sich der Bereich des Positiven und Gelungenen. Der Mensch aber kann sich bewusst dafür entscheiden, seinen Blickwinkel auf das Positive zu richten.

Wichtig ist für mich, dass ich die Kinder dort abhole, wo sie gerade stehen. In den Erzählungen aus der Bibel, die zeitlich sehr lange zurückliegen, gibt es dieselben Vorkommnisse im Leben eines Menschen wie bei uns heute.  Diese beschäftigen Erwachsene und Kinder gleichermaßen: Mut und Angst, Treue und Untreue, Liebe und Hinterlist, der Glaube und Zweifel an Gott, Vertrauen und Hoffnung, Geschwisterliebe und Eifersucht usw. So können diese Erzählungen von den Kindern sehr gut nachvollzogen werden. Wichtig ist für mich, dass wir immer eine Verbindung zum heutigen Leben herstellen, damit jedes Kind für sich selbst daraus etwas erfahren und lernen kann.

Den Kern meiner Inhalte bildet das Kennenlernen eines bedingungslos liebenden Gottes. Jedes Kind erhält  im Unterricht immer wieder die Gelegenheit zu erfahren, dass es von Gott bedingungslos geliebt wird – und zwar ohne Vor- und Gegenleistung. Die Annahme, „Es ist gut so, wie ich bin!“ soll damit verstärkt werden. Dies festigt das Urvertrauen, das entscheidend ist, um das Leben auch in schwierigen Situationen positiv bewältigen zu können. 

Den Grundstein meiner Pädagogik bildet die „Sinnzentrierte  Pädagogik auf der Basis des Menschenbildes von Viktor E. Frankl“. Dieses Wissen konnte ich mir durch einen sechs-semestrigen Fortbildungslehrgang aneignen und ich bin voll und ganz überzeugt davon, dass diese Pädagogik dazu führt, dass Kinder zu eigenständigen und verantwortungsvollen Menschen heranwachsen können.